Der Blick auf die Uhr

Die Zeit rennt. Und tatsächlich sehe ich in den letzten Tagen wieder nahezu jeden Morgen um 6:42 Uhr auf den Wecker – und nein. Er klingelt nicht um diese Zeit. Er klingelt kurz darauf.

Die letzten Tage waren wie ein Wettlauf – gegen die Zeit.

Deshalb muss ich mich bei einigen entschuldigen, die bei der ganzen Hetzerei zu kurz kamen. In die Vorbereitungen für die Veröffentlichung meines Buches platzte das Leben – wie soll es auch sonst sein. Im Grunde ist das eine schöne Sache. Wenn dazu aber der Heuschnupfen plagt und man sich durch Medikamente fühlt wie ein Zombie … dann wird es anstrengend.

Mein Job, dazu Freunden helfen, Bauarbeiten, Papierkram und zwischendurch Dinge für das Buch … Blogger anfragen, Mails beantworten, das Mobiltelefon von Viren befreien und die tolle Idee des Arztes – die Lösung aller Probleme gesundheitlicher Natur: Cortison. Jippieh. Ich war sekptisch. Ich kenne meinen Körper. Dennoch dachte ich, es geht nicht anders. Und? Ich kenne jetzt die tollen Nebenwirkungen …

Das Ganze ballt sich nun zu einem unvergleichlichen Finale am Freitag … Arbeit, Geburtstag im Haus, Schrankanlieferung und das Wetter hält wunderschön was es verspricht und berieselt das Loch im Dachfenster, das man aber erst schließen kann, wenn es wieder trocken ist.

Und aber endlich doch … Die Veröffentlichung von 6:42 Uhr – Der PSI Effekt – auch am Freitag.

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Auf den Print muss ich noch warten, dennoch ist es ein tolles Gefühl. Ich habe nun fast vier Jahre auf diesen Moment hingearbeitet.

Kein so tolles Gefühl bekomme ich bei den Dingen, die in der Welt passieren. Ich sehe es mit vielen Bedenken, gerade in Bezug auf 6:42 Uhr. Im Buch gibt es den Terror … es gibt Anschläge. Damals hatte ein Testleser Bedenken, ob ich nicht über das Ziel hinausschießen würde. Heute weiß ich: Nein. Das habe ich nicht. Leider. Der Kern der Sache ist aktueller denn je, was sich in Teil 2 noch herauskristallisieren wird. Wenn Anna, John und Robert das auch versponnen in ihr eigenes Leben verpacken.

Daher fehlt mir heute auch die ansonsten vorhandene Portion Sarkasmus und ich verabschiede mich bis Freitag.

 

Eure Alva

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Ich fühl mich, aber doch mal eigentlich, einstweilen, total strange, völlig und nur ein wenig, bis ganz kurz, total gerade, um die Zeit, nur einen kurzen Augenblick, total Gaga?

Wenn jemand fragt, wie man sich während und nach einem Lektorat fühlt: Die Überschrift trifft es.

Frisch aus der Lektoratshölle:

Jedes Wort stellt man auf den Kopf, jeder Satz wird analysiert. Wer macht was, warum, in welcher Reihenfolge … Brauche ich das Wort? Drückt es das aus, was ich sagen will?

Nach ein paar Stunden am Text beschleicht mich das Gefühl, da stehe keine Geschichte, sondern eine Anhäufung von Füllwörtern, unnötigen Konjunktionen und irgend welcher vagen Beschreibungen von Eventualitäten …

Kaum zu fassen. Ich habe in meinem Manuskript schon zuvor gefühlte 2.000 Dann gelöscht, sagte er, sagte sie … Ja wer sagt jetzt überhaupt etwas.

Ich habe den dreiarmigen Bodyguard bewundert … Er schaffte es mit 3 Waffen auf einen Mann zu zielen …

Aber das waren ja noch Tatsachen.

Die schlimme Angewohnheit, aus einem schlichten Satz eine Frage zu gestalten, schiebe ich mal auf Schweizer Verwandtschaft. :-) Was ich meine? Das:

Das ist ein Brot.

Das ist ein Brot, nicht wahr? Und schon haben wir eine Frage …

Wenigstens kann ich lachen, wenn das: „He, oder?“ in den Ohren klingelt.

Nach völliger Textverirrung lese ich dann: Es wurden die Bänder vom Vertrag eingespielt. SCHNAPPATMUNG! Wer verflucht hat den Plot versaut und diesen Vortrag an Robert weiter gegeben? Panisch fange ich an zu überlegen, ob er ihn nun haben darf oder nicht, den Vortrag. Und wieso reden die von Bändern? Es handelt sich doch um einen Laptop und nicht um einen Commodore C-16 mit Datasette … Entwarnung! Da stand Vortag.

Puh. Entspanne ich mich lieber. Anna setzt sich am Strand und ich bekomme eine Krise. Ich habe so viele Wörter geschubst, dass ich mich frage: Sitzt sie auf dem Sand oder setzt sie sich in den Sand. Oder setze ich womöglich gerade alles in den Sand?

Alles halb so wild, bis ich mich wegen der Political Correctness sorge, als Lionel die Hautfarbe des Verlages ist. Darf man das sagen? Nach einigem Blinzeln erkenne ich: Hauptaufgabe. Da hatte ich aber Glück.

Aber ein bisschen Text geht noch. Und da fragt Anna: Was ist mit dieser Ejakulation.

HALLO? Ich glaube, jetzt bin ich durch. Kann doch nicht wahr sein. Das ist falsch! Da muss stehen:

Dann sagte er: „Eigentlich setze ich mich wohl besser auf den heißen Sand. Der Vortrag der Hautfarbe ist ein wenig auf den Bändern. Und das nennt man beinahe Ejakulation, nicht wahr?“ Sie sah zu ihm hinüber und ihre Augen klebten an ihm fest.

Ihr versteht nur Bahnof?

Kein Wunder. Sicherlich kann das nur noch ein Autor nachvollziehen, der auch schon einmal durch die Lektoratshölle ging. Den packt beim obigen Satz das Grauen.

Und Anna? Nach einer Nacht schlaf, fragt sie wieder brav nach der Exkommunikation. Glück gehabt. Sonst wird am Ende noch ein Erotikstreifen aus 6:42 Uhr. Und das will sicher keiner, bei der Besetzung …

Ich quäle mich weiter und im Juni ist es endlich: 6:42 Uhr. Ein paar Minuten müsst ihr noch warten.😉

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Eure Alva

 

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Die Kunst den passenden Erotikroman zu finden …

Oder: Warum ich bei Schwänzen an Hund und Katze denke und ich mir meine Besorgungen lieber selbst mache.:-)

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Vielleicht ist es mal an der Zeit, dass ich mich mal äußere, wie es zu dem erotischen Roman Elly überhaupt kam und warum ich selbst kaum Erotik lese.
Ich bin sicher kein Mauerblümchen und nicht verklemmt … und lese gerne in alle Genre rein, denn etwas beurteilen kann man letztlich nur genau, wenn man sich damit befasst.
Also kramte ich mir auf dem Krabbeltisch ein paar erotische Romane heraus und begann zu lesen.

Zuerst kam ich in den Genuss der Phoenix-Chroniken von Lori Handeland. Das war die Entjungferung in zweierlei Hinsicht, denn sie sind erotisch und es sind Gestaltwandler, dazu sogar noch ein paar der mich sonst nervenden Blutsauger. Ich war mehr als skeptisch und wäre das Buch nicht gnadenlos reduziert gewesen, dann hätte ich wohl nicht zugegriffen … aber ich las und lachte und schmachtete. Es war genial. Der trockene Humor der Protagonistin war herrlich und die Erotik klasse. Zur Story und auch zur Erotik passten die Ausdrücke und Formulierungen. Und trotz Gestaltwandlern und einem irren Indianer störte ich mich auch nicht an etwaigen Schwänzen … Letztlich habe ich alle Bände der Chronik gelesen und dabei so gekichert, dass sogar mein Mann, der sonst solche Literatur nicht liest – die Bücher danach unbedingt auch lesen wollte und ebenfalls alle verschlang …

Dann ging die Recherche weiter und ich bekam ein Buch in die Finger mit Engeln und Erotik. Ich weiß weder Titel noch Autorin … Ich müsste das Buch auf dem Speicher suchen. Jedenfalls nahm ich das Buch mit auf eine lange Autofahrt und begann zu lesen. Und? Es war grottig. Die Protagonistin war eine zart besaitete Dame, die irgendwie ständig völlig erschöpft in Ohnmacht fiel, wenn sie nicht gerade von dem starken Engelsmann (auch mal im Flug) gevögelt wurde. Handlung? Ich weiß nicht mehr, ob es eine gab. Ich erinnere mich nur noch an die Ohnmacht … Ich gab das Buch, nachdem wir unser Reiseziel erreicht hatten – einer Bekannten, die meinte, sie könne ohne Lesen nicht einschlafen … Und ich bekam es am nächsten Morgen zurück mit dem Kommentar: Wer liest so etwas?
Aber ich bin ein Dickkopf und ich konnte auch nicht fassen, dass so ein Buch von einem Publikumsverlag verlegt wird, wenn der Inhalt bis zum Ende so bleibt … Also las ich bis zum bitteren Ende … Und? Nix passierte. Nur der Vögelflug bleibt mir mit einem Grinsen im Gesicht in Erinnerung. Der war vor dem geistigen Auge irgendwie krass-cool hängen geblieben, wenn ich auch eine Bewusstlose dabei vor Augen habe …

Dann fand ich Nalini Singh und ihre Gestaltwandlerserie über Leoparden auf dem Krabbeltisch – und war verliebt. Die Raubkatzen – zusammen mit den dazu passenden tollen Kerlen, die alle auch so ihre Macken hatten, dazu ein bisschen SciFi – also eine spannende Story, die sich durch die Bände zog, die ich mir nach und nach zulegte … und dann plötzlich ein Band, der mich störte … und ich fragte mich warum … Keine Ahnung ob hier der Übersetzer anders gearbeitet hatte, jedenfalls störten die erotischen Szenen, die zuvor auf mich immer einen liebevoll ausgearbeiteten und erotischen Eindruck machten solche Wörter wie Schwanz … Es wirft mich raus. Ehrlich. Und da sind Leoparden am Werk. Ich seh da immer Haare … viele Haare …
Die letzte Recherche ließ dann den Drang zu erotischer Literatur erkalten. Da bekam ich ein Buch mit Schwänzen, Möschen und Fötzchen geschenkt … von der Handlung wollen wir gar nicht reden … Irgend ein Adliger vögelt hier heimlich schwache Frauen kreuz und quer und riecht dabei nach Veilchen.
Soweit war ich mit meinen Recherchen. Da boomten fünfzig Schatten um den Globus. Ich sah den Film … und war maßlos enttäuscht. Geschmackssache … Dennoch ließ es mich nicht los.
Also nahm ich den Stift in die Hand und begann mich zu fragen, ob ich es nicht einmal selbst in die Hand nehme. Den Stift – nicht den Schwanz …
Es musste doch möglich sein einen erotischen Roman, indem es natürlich auch zu einschlägigen Szenen kommt, so zu schreiben, dass man auf Ficken, Schwänze und andere Ausdrücke verzichtet bzw. sie so einsetzt, dass es passt. Ich fragte mich, ob da draußen nicht andere Frauen sind, die sich von diesen Begriffen genau so abgetörnt fühlen, wie ich?
Ich möchte niemand umformen. Es geht hier um persönlichen Geschmack, aber für mich muss es ein bisschen prickeln, bevor man sich die Kleider vom Leib reißt. Und das schafft man in meinem Hirn nicht mit Aussagen wie: Ich will dich ficken. Besorgungen mache ich lieber selbst. Und Schwänze die in Fötzchen gesteckt werden … Da habe ich die Toilette hinter dem Bierzelt vor Auge. Das ist es aus, mit der Erotik. Es ist Sex. Nicht mehr.
Dann schrieb ich Elly. Im ersten Teil kommt viel Sex vor. Er gehört zur Handlung und dennoch ist es prickelnd, denn die beiden nähern sich an und sind sich verfallen und eigentlich ist es verboten, was sie tun … Dennoch kommen sie ohne Schwänze und Fötzchen aus ohne das der Text in einen gynäkologischen Bericht rutschen würde.

Warum ich das alles geschrieben habe? Warum das jemand bis zum Ende liest?
Ich habe die Hoffnung, dass jene, die sonst auch nicht zu der erotischen Literatur greifen, vielleicht weil sie sich genau daran stören, sich angesprochen fühlen und darauf aufmerksam werden, dass es auch bei der erotischen Literatur viele Abstufungen gibt.

Jeder ist anders, die Kunst ist es das zu finden, was uns Spaß macht.
Ansonsten hoffe ich, ihr hattet einfach Spaß beim Lesen.

Und nur noch kurz eine Anmerkung dazu, wie verschieden die Sicht auf die Dinge ist. Ich hatte den Roman einer befreundeten Autorin gelesen und ihn noch nicht einmal als erotisch eingestuft. Vielleicht romantisch. Und dann höre ich eine andere Autorin in ihrem Statement zu dem Buch sagen: Die Erotik kommt nicht zu kurz, ich hätte sie aber nicht gebraucht. Nur soviel dazu.

Eure Alva

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Zum Valentinstag …

… eine Geschichte. Leider ohne die passende Blume, die ich sträflicherweise nicht im Fundus meiner Fotos habe. Das wird im Frühjahr umgehend nachgeholt. Dennoch hier die Geschichte, die mein Mann von mir bekommt, seiner Lieblingsblume, dem Vergissmeinnicht, gewidmet.

CIMG0765Der Botaniker
(Die Schöpfung)

»Was ist das?«, plärrt Genius der Zweite, aus dem Geschlecht der Auserwählten, quer durch den Garten.

Boragin, der Botaniker, sieht nachdenklich zu dem achtjährigen Jungen. Rotzlöffel, denkt er bei sich und schenkt dem Auserwählten ein aufgesetztes Lächeln. Widerillig macht er sich auf den Weg, um der Gruppe von Schülern zu erklären, welche Pflanze sie bestaunen.
»Welches Exemplar meint Euer Gnaden?«, erkundigt er sich beim Hinübergehen.

Ein jäher Schmerz fährt durch sein Herz hindurch, als er die ausgerissene Pflanze in den Händen des Kindes sieht.

Er ist ein Kind. Nur ein Kind. Auch wenn seine Gene ohne Defekte und Fehler sind, auch wenn er zu einem der intelligentesten Menschen heranwächst, einem, der die Menschheit vor der Ausrottung und der totalen Zerstörung retten wird. Er ist ein Kind.

Das war ein Vergissmeinnicht. Eine Myosotis aus der Gattung der Raublattgewächse.« Wehmütig betrachtet Boragin die Wurzeln, Erde bröselt herunter.
Genius prustet los. »Was für ein idiotischer Name ist das denn?«
Keines der anderen Kinder wagt auch nur einen Laut von sich zu geben.
Der Lehrer der Gruppe beäugt Boragin interessiert. Der Botaniker sieht in die Runde der fragenden Kinderaugen. Die meisten unter ihnen sehen heute zum ersten Mal echte Pflanzen hier in der Biosphäre. Die Kinder wurden alle in einer Zeit erschaffen, da die letzten Pflanzen in freier Natur längst ausgerottet sind.

Er fasst sich ein Herz. Kinder lieben Geschichten, also wird er sie ihnen erzählen und seine Lieblingspflanze wird sich in ihr Gedächtnis brennen.
»Einst, nach der Schaffung der Welt, konnte sich die Pflanze ihren Namen nicht merken und so stattete der Schöpfer sie kurzerhand mit einem neuen Namen aus: Vergissmeinnicht.“ Er hat seine Worte kaum ausgesprochen, als er das Büschel grün mit den unverwechselbaren blauen Blüten daran zu Boden fallen sieht. Der Fuß von Genius tritt drauf, die Blütenblätter wirbeln wild umher.
»Blasphemie!«, schreit Genius. Der Lehrer zuckt zusammen. Die eiskalten blauen Augen von Genius starren Boragin an.
»Es ist eine Geschichte. Nur eine Geschichte.« Boragins Worte sind ruhig und voller Wärme, doch noch mehr Zorn lodert in den Augen des Jungen auf.
»Genius der Erste ist der Schöpfer allen Lebens. Nur ihm ist es gestattet Leben zu erschaffen und es beim Namen zu nennen.« Despotisch hallt die Stimme des Jungen durch die Biosphäre.

Es ist Boragin als zögen sich die Pflanzen zusammen, als schlössen sich die Blütenkelche ein wenig. Unterwürfig sieht er zu Boden. Wieder fällt ihm das Vergissmeinnicht ins Auge.
»Auf deine Worte folgt die Strafe«, droht Genius ihm.
»Er ist der Letzte seiner Art. Der letzte Bontaniker. Keiner außer ihm besitzt mehr die Fähigkeit diese Pflanzen am Leben zu erhalten. Dieser Garten ist sein Werk.« Die Stimme des Lehrers hallt ermahnend durch die Kuppel.
»Dieser Garten ist sein Werk? Genius der Erste ist der Schöpfer allen Lebens. Sagt, Lehrer, wollt Ihr dem Schicksal dieses Ketzers folgen?« Bedrohlich deutet der Junge mit dem Zeigefinger auf den Lehrer.
»Verzeiht, euer Gnaden. Aber seht Euch um! Was seht Ihr?« Boragin deutet über die üppigen Blüten, die sie umgeben.
»Nutzloses. Gezüchtetes Gewebe, dessen Zellen stetig zerfallen. Nicht mehr.« Die Stimme des Auserwählten ist voller Kälte.

Boragin richtet den Blick auf Genius. Die Worte des Jungen hallen in seinen Ohren und er beginnt zu begreifen.
»Seht Ihr denn nicht das Wunder, die Schönheit?« Die Stimme des Botanikers ist hörbar aufgebracht.
»Schönheit? Wo sollte sie hier sein? Ich alleine bin, was diese Welt bewegt. Der Sohn des Schöpfers, der Weg des Kosmos.«
Genius schließt die Augen.
Boragin weiß, was nun geschehen wird. Er kennt die Macht der Auserwählten. Er sinkt auf die Knie und spürt den Schmerz. Seine Finger greifen einen Zweig der Pflanze und ziehen sie unter dem Fuß des Auserwählten hervor.
Blau leuchten die kleinen Blüten des Vergissmeinnichts. Sie sind ein Wunder. Blau wie einst der Himmel, einst die Ozeane. Blau wie die Augen der Auserwählten. Sie sind ein Symbol, ein Mahnmal, doch er kann es nicht sehen – So auserwählt ist er.

»Sprich deine letzten Worte.«
Die Stimme des Jungen ist ein Segen. Sie nimmt Boragin alle Last. Er beginnt seine Gedanken in Worte zu fassen.

»Des Daseins letzter Wille hat gesiegt und nimmt mich fort.
Geh.
Irrgärten aus Gedanken säumen diesen letzten Weg.
Letzte Begrenzung irdischer Gedanken.
Angelegt und Begrenzt wie ein Garten, einzig einem Zweck dienend.
Wo ist die Weite, die Unendlichkeit? Blüten wachsen überall. Sind sie gesät, gezwungen, feinerer Natur?
Antinomie des Seins in meinem Kopf.
Zuletzt sah ich die kühlen Augen.
Vergesslichkeiten – wie einst in Gärten eingepfercht.
Leben, du hast das Spiel verloren.
Der Mensch ist nun der Gärtner.
Ich gehe fort.
Ich war Botaniker, ich war der Forscher.
Wächter der Erinnerungen .
Nun folgen Schöpfer. Götter.
Neben jenen verblasst meine Funktion.
Erinnerung an mich verhallt.
Dennoch bleibt der Hoffnung letzter Funke.
Er glimmt.
Vergissmeinnicht. «

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Ist es schon 6:42 Uhr?

Immer zur gleichen Zeit sehe ich in meinem Büro auf die Uhr. Zufall?

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Nein. In meinem Büro ist es tatsächlich immer 6:42 Uhr – offenbar überall auf der Welt. Das ist ein Schrein, der mich erinnert, dass es bald so weit ist und der lang ersehnte Zeitpunkt in greifbare Nähe rückt, das erste meiner Bücher in Händen zu halten.

Ich habe das Cover gesehen, die Klappentexte stehen und nun warte ich sehnsüchtig und ängstlich zugleich auf das Lektorat.

So gerne würde ich über jetzt über Anna plaudern und über Jonas und Robert. Über die chaotischen Reise von Anna und dem Erzbischof, Roberts sonderbaren Plan …

Aber noch ist es nicht an der Zeit. Doch ein Blick auf die Uhr an jedem Beginn und Ende des Tages verrät mir: Es ist 6:42 Uhr. Genau die richtige Zeit, um sich zu freuen, auf das was im Mai ansteht …

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Der Jahreswechsel – Wenn die Autorin vorübergehend nicht erreichbar ist …

Ja, was macht sie denn dann eigentlich gerade so?

Wer jetzt an Urlaub denkt, der liegt nur knapp daneben.

Im Grunde wurde in meinem Kopf alles bunt – zu bunt, um es genau zu sagen.
Da spukten Gedanken zu meinem Buch, das noch nicht aus dem Lektorat zurück ist. Da formten sich Ideen zu dem Werk, welches noch zu einer großen Überarbeitung in der Schublade liegt. Dazu fiese Fragen von meiner Lektorin zu Elly 2. Und als Krönung der Jahresendspurt im Job.

Also wurden Geschenke gekauft und verpackt und Fälle bearbeitet und der private Laptop wurde aus der Entfernung angeschielt. Er mutierte zu einem Monster – grinsend drohte er mir meine Zeit zu rauben, sollte ich ihn aufklappen.
Also wurde er ignoriert. Das kann ich gut – Dinge ignorieren, die mich bedrohen.
Es wurde ein schönes Weihnachtsfest mit Überraschungsgästen und strahlenden Kinderaugen.

Danach – sollte der Laptop wieder ran. Aber ich hatte mich doch so schön an einem Buch festgelesen. Ein dickes Buch. Und der Vorteil: Man kann es überall lesen. Noch dazu ein altes Taschenbuch, das auch die Wasserspritzer in der Badewanne verzeiht. Wieder spukten Ideen und die Motivation stieg, doch endlich noch die gute alte Elly mal abschließend zu befummeln. Mh. Aber das Buch – und dann oh Freude. Teil 2 war gleich mit abgedruckt.
Dazu diese Menschen, die auch noch genau nach Silvester Geburtstag haben und nicht nur hinein feiern, sondern dann auch noch weiter. Aber warte – so dachte ich – ab Montag ist ja eine Woche Urlaub. – Dachte die Brause meiner Dusche auch. Nur noch Tropfen. Sparbrause vom Feinsten.
Und dann die beiden Toilettenspülungen, die sich schon vor Monaten abgesprochen hatten, ihr Innenleben einfach ins Nirgendwo zu schicken.

Also Montag – erster Urlaubstag – Baumarkt. Zwei WC-Komplettsets und eine neue Duscharmatur. So schwer kann das ja nicht sein.
Montag am Abend: Erster WC sitzt. Cool. Aber im zweiten Set fehlen die Halterungen für den Spülkasten.

Dienstag – erst mal Baumarkt. Schwere Kiste hingeschleppt, kleines Tütchen mit Halterungen und Kiste wieder zurückgeschleppt. Armaturen (Ja, die Badewanne auch noch) dran und dann das alte Klo im Gäste WC raus. Neues dran – und dann Urlaub. – Von wegen. Behindertengerecht auf Standard geht nicht. Basta. Da muss der Kreativkopf her. In den Baumarkt. Stein gekauft. Zu groß – geht nicht.

Mittwoch – Baumarkt. Zwei kleine Steine gekauft. Und noch einen Schlauch für das WC oben. (Zwischendurch noch die neuen Pässe abgeholt.) Dann jippieh. Es passt. WC angeschlossen. Und – wieder Baumarkt. Schließlich muss ja der Podest für den neuen Thron noch gefliest werden. Gell? Fliesen ausgesucht. Und zu Hause der Schock: Abfluss tröpfelt.

Donnerstag – Ja. Baumarkt. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, was ich da wollte? Ach ne. Da hatte ich ja beschlossen nach dem Frühstück in meiner Lieblingsbäckerei den Baumarkt zu meiden und erst einmal mit den Fliesen anzufangen. Die Sichtung der Dichtung war danach geplant. Und dann – zwei Meter vor der Einfahrt – Puff. Mein Hintermann streift mein Auto. Alles gut. Nur die Autos Kratzer. Gut. Dann kann ich ja Fliesen.

Aber das muss geplant werden und dazu solle es ja chic sein. Blöd, dass ich keinen Fliesenschneider habe. Ich hatte ja extra Mosaiksteine, aber das ist dann nur mit denen nicht so der Hit. Also – Baumarkt? Nein. Ich mache einen Notruf. Opa Wolfgang muss her. Er hat einen Fliesenschneider. Und kommt, begutachtet den Abfluss und schneidet mir die Fliese. In vollem Übermut klebe ich den Sockel zu.
Völlig fertig gehe ich an den Laptop. Und? Ahhhh! Eine Mail vom Verlag. Das neue Cover ist fertig und die Klappentexte sind gegengelesen. Das war ein Energieschub.
Noch bis 1:00 Uhr das neue Buch lesen und schlafen.

Heute Morgen fühlte ich mich, wie vom Laster überfahren, aber wieder an die Baustelle und fertig sind die Fliesen, nachdem ich nun weiß, warum kein Heimwerker Mosaikfliesen legt.

Dann schnell Mails an den Verlag raus. Und nun? Ja. Der Urlaub ist um. Das Klo steht noch neben dem Anschluss, aber es wird.

Keine Ahnung, was ihr so macht. Wenn ich abtauche: Ich baue Klos, oder Zäune, oder Fenster ein. Und was für welche.

Ab Montag geht die Arbeit wieder los. Ich freue mich darauf. Endlich wieder ein Stuhl unter den Popo, Kaffe auf dem Tisch und Zahlen vor der Nase. Und am Abend ohne Muskelkater an die Tasten für Elly. Routine – bald hast du mich wieder. Ich habe dich vermisst.

Und damit ihr wisst, von was ich rede: Das ist das Kunstobjekt, das mich so fertig machte:

Podest

Und ganz nebenbei ist es jetzt amtlich:

 

Alva
Und Grüße an Uschi, die jetzt nicht mehr über legendäre Klospülung lästern kann.

Eure Alva.

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Ausdruck der Angst – Gruselgewinn!

Achtung Fehlerteufel. Das Gewinnspiel geht bis 31.10.2015. Es ist ja ein Halloween-Gewinnspiel …

 

Gewinnspiel zu Halloween.

Ich spendiere euch im Oktober meine Horrorgeschichte: Ausdruck der Angst.

Sie hat 14 Seiten, ist also durchaus auch für Lesemuffel zu schaffen. Ich werde sie in drei Teile gesplittet im Laufe des Oktobers einstellen und nach jedem Teil eine Frage dazu stellen.

Wer mir bis zum 31.10.2015 alle Fragen korrekt beantwortet und die Antwort an alvafuristo@gmail.com schickt, kommt mit in die Lostrommel.

(Antworten, die in Kommentaren geschickt werden, werde ich löschen und nicht werten.)

Zu gewinnen gibt es:

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1. Einen Gutschein bei Amazon im Wert von 10 Euro, dazu eine Flasche Tequila Gold in Anlehnung an meinen Roman Elly – Unverbindlich mit Postkarte dazu. So kann der Gewinner entscheiden, ob er sich das Buch zulegt. Und falls er es schon hat – einfach etwas Anderes kaufen.

Elly

2. Das Buch Wölfin des Lichts von Christa Kuczinski als Printausgabe, erschienen im Bookshouse-Verlag

3. Das Buch Abstinencia von Susanne H. Ollmert als Printausgabe, erschienen im Waldhardt-Verlag

4. Das Buch Angst steht dir Gut von Alexa Innocenti als Printausgabe, erschienen im Bookshouse-Verlag

5. Das Buch Yehoshua ben Josef: Die Chronisten – Zeugen der Zeit von Scott Jenkins als Printausgabe, erschienen im Bookshouse-Verlag

Die Gewinner werde ich am 01.11.2015 ermitteln und bekannt geben (ggf. mit Nickname). Ich werde die Gewinner via Mail kontaktieren und nach Mitteilung ihrer Adresse die Gewinne per Post zusenden.

Insofern die Gewinner zustimmen, werde ich diese auf dem Blog namentlich bekannt geben.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und nun viel Spaß beim Lesen!

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